Motorisierte Lineartische übernehmen in CNC-Maschinen Aufgaben, bei denen ein Werkstück oder ein Bearbeitungswerkzeug kontrolliert entlang einer definierten Achse bewegt werden muss. Gegenüber einer rein manuellen Verstellung ermöglichen sie reproduzierbare Positionen, automatisierte Abläufe und eine fein abgestimmte Vorschubbewegung. Damit diese Vorteile tatsächlich zum Tragen kommen, reicht es jedoch nicht aus, einen Lineartisch lediglich nach Verfahrweg und Motorleistung auszuwählen.
Am Anfang steht die mechanische Belastung. Neben dem Gewicht des bewegten Aufbaus wirken beim Fräsen, Bohren oder Schleifen zusätzliche Kräfte auf den Tisch. Entscheidend ist daher nicht allein die maximale Traglast, sondern auch, wie diese Last auf der Führungsfläche verteilt wird. Eine ungünstige Schwerpunktlage kann beispielsweise zu einem Kippmoment führen, obwohl das Gesamtgewicht noch innerhalb der angegebenen Belastungsgrenze liegt.

Ebenso wichtig ist die Wahl des Antriebs. Bei kurzen Verfahrwegen und hoher Positioniergenauigkeit kommen häufig Kugelgewindetriebe zum Einsatz. Für einfachere Positionieraufgaben können Trapezgewindespindeln wirtschaftlicher sein. Zahnriemenantriebe bieten sich dagegen an, wenn größere Distanzen mit vergleichsweise hohen Geschwindigkeiten zurückgelegt werden sollen. Der Motor muss zum jeweiligen Spindelmoment, zur gewünschten Beschleunigung und zur bewegten Masse passen. Ein überdimensionierter Motor ist dabei nicht automatisch die bessere Lösung, da er auch höhere Anforderungen an Treiber und Stromversorgung stellen kann.
Bei CNC-Anwendungen verdient die Steifigkeit besondere Aufmerksamkeit. Ein Lineartisch kann zwar eine hohe Auflösung besitzen, aber bei einer nachgiebigen Konstruktion trotzdem ungenaue Ergebnisse liefern. Spiel in der Spindel, schlecht verspannte Führungen oder eine flexible Montageplatte können sich direkt auf das Werkstück übertragen. Deshalb sollte der Tisch auf einer ausreichend stabilen und möglichst ebenen Grundfläche befestigt werden.
Auch die Ansteuerung beeinflusst das Verhalten der Achse. Schritt- oder Servomotoren benötigen einen passenden Treiber, dessen Strom- und Spannungseinstellungen auf den Motor abgestimmt sind. Bei höheren Anforderungen können Encoder sinnvoll sein, weil sie eine Rückmeldung über die tatsächliche Position ermöglichen. Für eine CNC-Steuerung sollten außerdem Beschleunigungs- und Bremsrampen sinnvoll eingestellt werden. Ein abruptes Anfahren belastet nicht nur die Mechanik, sondern kann auch Schrittverluste oder Schwingungen verursachen.
Im praktischen Betrieb sollte der Lineartisch regelmäßig kontrolliert werden. Führungen und Spindeln benötigen je nach Bauart eine geeignete Schmierung, während Späne und Kühlschmierstoff nicht dauerhaft in empfindliche Bereiche gelangen sollten. Besonders bei häufigem CNC-Einsatz lohnt sich eine Abdeckung der Führungselemente.
Ein motorisierter Lineartisch arbeitet letztlich nur so präzise wie sein gesamtes Umfeld. Mechanik, Motor, Treiber, Steuerung und Montage müssen zusammenpassen. Wer diese Punkte bereits bei der Planung berücksichtigt, erhält eine Achse, die nicht nur auf dem Papier präzise arbeitet, sondern diese Genauigkeit auch unter realen Bearbeitungsbedingungen beibehält.